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Tolles Spektakel: Historisches Biwak 1813 und Stadtfest in HohnsteinErbitterte Kämpfe um den Napoleonstein

Vom 10. bis 12. Juni fand in Hohnstein ein Stadtfest mit Regionalmarkt, Zelt der Regionen, Kinder- und Familienprogramm und Musikantenfest statt. Historiendarsteller riefen das Jahr 1813 in Erinnerung, als Hohnstein von Truppendurchzügen geplagt wurde. Höhepunkt war die historische Gefechtsdarstellung auf der Napoleonschanze.

Sächsische Artilleristen vor der großen Kanonade auf der Napoleonschanze.

Quelle: Peter Weckbrodt

Hohnstein. Seit mehr als 200 Jahren hat es um das idyllische Städtchen Hohnstein keinen Schlachtenlärm mehr gegeben. Doch am Samstagnachmittag erfüllte das Donnern der Kanonen die Höhen und Täler rings um den Napoleonstein. Da waren im Rahmen des Historischen Biwaks 1813 die Truppen der Verbündeten gegen die Franzosen angetreten, hüllten in erbitterten Kämpfen die Wiesen in Pulverdampf.

„Wir hatten mit bis zu 200 Teilnehmern am Biwak gerechnet. Tatsächlich sind deutlich mehr aus allen Teilen Deutschlands mit ihren farbenfreudigen Uniformen, mit ihren Musketen und richtigen Kanonen angereist. Die Atmosphäre, die ganze Stimmung sind einfach toll“, so begeistert Bernd Schaller aus Neustadt, der gemeinsam mit seinem Sohn das ganze Spektakel organisierte.

Mit und ohne Kinderwagen, selbst im Rollstuhl waren die Schlachtenbummler zu Hunderten auf die Höhe oberhalb Hohnsteins gekommen, um den Kampf von Sachsen und Franzosen auf der einen Seite und von Russen und Preußen auf der anderen Seite hautnah mitzuerleben.

Die historische Vorlage für das Spektakel lieferte der Versuch französischer Truppen, im Sommer 1813 den Rückzug der bei Dresden geschlagenen preußischen und russischen Truppen über den Erzgebirgskamm nach Böhmen zu vereiteln. Die Sächsische Schweiz, insbesondere der exponiert liegende Hügel bei Hohnstein, waren für Napoleon strategisch bedeutsam. Daher gab es dort erbitterte Kämpfe. Am Ende brachten die Truppen der Verbündeten dem Franzosenkaiser beim böhmischen Kulm (Chlumec) eine derbe Niederlage bei.